Kultur, News
Die mit den Alder Buebe tanzt
Bettina Castaños brillante Talk- und Tanzshow im Baradies.

Ulla Wyser mit dem Plakat des ersten Teufner Auftrittes von Bettina Castaño in den 80er-Jahren in der Hechtremise. Fotos: Erich Gmünder
Auf den internationalen Bühnen ist sie als Bettina Castaño berühmt geworden, doch privat sei sie immer noch Bettina Sulzer, meinte die gebürtige Teufnerin ganz bescheiden beim Talk, befragt von Ulla Wyser. In beinahe familiärem Rahmen – ihre Mutter, ihre Schwester und zwei Neffen waren ebenfalls unter den rund 30 Gästen – erzählte sie aus ihrem bewegten Leben.
Mit dem Flamenco kam sie bereits als 19jährige in Berlin in Berührung. Flamenco wurde ihr Lebensinhalt: Sie zog dafür nach Sevilla, in das Herz Andalusiens, und besuchte dort drei Jahre den Unterricht bei einer Zigeunerin, die ihr viele Geheimnisse und Grundtechniken des Flamenco verriet und beibrachte. Dann folgte eine zehnjährige Ausbildung bei einem professionellen Lehrer. Bald wurde man auch in ihrer Heimat auf sie aufmerksam.
1996 erhielt sie den Ausserrhoder Kulturpreis. Statt Geld wünschte sie sich einen gemeinsamen Auftritt mit den legendären Alder Buebe – im ebenso legendären Rossfall. Damit wurde ihre Idee, die appenzellischen Wurzeln mit dem Flamenco zu verbinden, erstmals Realität. Danach folgten Abstecher und Kooperationen mit zahlreichen anderen Tanz- und Musikstilen: Zigeunermusik, Afghanische, Persische, Indische, aber auch klassische Musik («Bach ist besonders tanzbar») integrierte sie in ihre Tanzkunst.
In Berlin lernte sie früh ihren Gitarristen Espina kennen und entwickelte mit ihm immer neue Programme, die sie durch halb Europa führten. Zurzeit pendelt sie zwischen Sevilla und St. Gallen, wo sie zwischen ihren Tourneen Kurse für Anfänger und Fortgeschrittene anbietet und auch wieder stärker ihre appenzellischen Wurzeln pflegt: Bereits gegen 50 Konzerte hat sie mit den Alder Buebe absolviert, viele weitere sind bereits geplant, und sie schwärmt von der Zusammenarbeit mit den hochprofessionellen Musikern, welche von gegenseitigem Respekt geprägt sei.
Was Flamenco wirklich ist, lässt sich in Worten kaum beschreiben – Bettina Castaño gab mit ihrem Gitarristen zusammen einen zweistündigen, temporeichen Einblick mit zahlreichen Kostproben für Auge und Ohr. Es reichte, um eine Ahnung zu erhalten, weshalb sich die junge Teufnerin von dieser Kunstform so leidenschaftlich entflammen liess.
Autor/in: Erich Gmünder | 1. 02. 2012 | Keine Kommentare
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